Deutsch-chinesische Zusammenarbeit: „Voneinander lernen und profitieren!“

Fazit der HANNOVER MESSE 2018 gilt auch für IAIT:

Zahlreiche Unternehmen und Institutionen aus Deutschland und China hatten die Messe genutzt, um die bilaterale Zusammenarbeit zu verbessern – vorzugsweise durch Kommunikation und Kooperation. Dieselben Ziele verfolgt die Institut für Automatisierung und Industrie Technologie GmbH (IAIT).

Zusammen mit nominierten Partnern wie unter anderem Festo Didactic Ltd., Phoenix Contact, Siemens Ltd. China, XU Exponential University ist IAIT nominierte Partnerin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) und unterstützt das drei Jahre andauernde Projekt „Concept for the STA (Strategic Alliance) project on establishing the Industrie 4.0 Online Learning Platform (IOLP)”.

Das Projekt wurde im Anschluss an das Partner-Meeting Ende März 2018 in Shanghai den Regierungen Deutschlands und Chinas zur Genehmigung vorgelegt. Dabei hat jeder Projektpartner unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen. Zu unseren Aufgaben gehört, dass wir in diversen Industrieparks Locations bereitstellen, wo die IOLP betrieben werden können.

Konferenz: Digitising with China

Am 25. April 2018 fand auf dem hannoverschen Messegelände die deutsch-chinesische Konferenz „Digitising with China“ statt. Die Konferenz beinhaltete Vorträge und Paneldiskussionen von hochrangigen deutschen und chinesischen Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Im Fokus standen dabei die neusten Entwicklungen zur chinesischen Strategie „Made in China 2025“, der Digitalisierungsmotor „Künstliche Intelligenz“ und „Industrie 4.0“ sowie Erfahrungen und Ausblicke zu deutsch-chinesischen Kooperationen und bilateralen Leuchtturmprojekten in der intelligenten Fertigung.

Die Konferenz beleuchtete den gegenwärtigen Entwicklungsstand der Digitalisierung von Fertigungsprozessen in China unter der “Made in China 2025”-Initiative, das Thema Künstliche Intelligenz sowie die deutsch-chinesische Kooperation, in der die Initiativen “Industrie 4.0” und “Made in China 2025” verknüpft werden. Moderiert wurde die Konferenz von der charismatischen Tianning Li, Projektleiterin bei der GIZ.

Zukunftsorientierte Kooperationen

In ihren Grußworten waren sich Ernst Stöckl-Pukall (BMWi) und Yin Jun von der chinesischen Botschaft einig, dass sich China und Deutschland hinsichtlich Industrie 4.0 annähern und ergänzen könne. Gemeinsame Businessplattformen und Treffen auf politischer Ebene würden ebenso zu zukunftsorientierten Kooperationen beitragen wie Pilotprojekte gemeinsame Standards förderten. Der Gesandte der chinesischen Botschaft merkte an, dass von der künftigen Zusammenarbeit beide Staaten profitieren würden. „Vor 40 Jahren war China noch ‚Wissensempfänger’, heute teilen wir unsere Kenntnisse auch und gerade im Bereich ‚Künstliche Intelligenz’ mit anderen Nationen“. 

Made in China 2025

In der „Made in China 2025″-Strategie, die Chinas ehrgeizige Ziele bis 2025 formuliert, sieht Wang Peng vom China Center for Information Industry Development (CCID) besondere Chancen für sein Land. Auf dem Weg zur ‚Industrie-Supermacht’ soll die Marke „Made in China” nicht mehr für billige Massenware, sondern für Innovation, Qualität und Effizienz stehen. Wang zufolge ist das China von heute nicht mehr das China von gestern. „Von gemeinsamen Regeln und Standards bei Forschung und Entwicklung sowie einer intensiveren Kooperation in puncto Künstliche Intelligenz profitieren die Industrien beider Länder“.

Gemeinsame Standards schaffen

China gilt als einer der größten Absatzmärkte der deutschen Elektroindustrie. Mit rund 900.000 Beschäftigten erwirtschaftet die deutsche Schlüsselbranche einen Jahresumsatz von 192 Milliarden Euro. Dennoch gibt es laut Dr. Oliver Blank, China-Direktor des deutschen Branchenverbands ZVEI, noch unterschiedliche Auffassungen bei der Digitalisierung hinsichtlich des Datenschutzes. „China ist bei der digitalen Revolution schon viel weiter als Europa. Mit gemeinsamen internationalen Standards und Klarheit bei der Cyber-Sicherheit könnte die Industriekooperation unserer beiden Ländern aber noch besser werden.“

Kurzfristiger Nutzen oder langfristige Partnerschaft?

Während der Panel-Diskussion zum Thema „Chinesisch-Deutsche Kooperation – kurzfristiger Nutzen oder langfristige Partnerschaft“ wurde deutlich, dass beide Nationen voneinander lernen und profitieren können und wollen – die Märkte seien groß genug. Auch würden nicht nur ausländische Unternehmen durch die Politik zu Investitionen ermutigt. Auch die chinesische Regierung selbst würde künftig noch stärker in die verschiedenen Provinzen und Märkte investieren, um den Fahrplan für „Made in China 2025″ einhalten zu können.

„Langfristige Partnerschaften brauchen Austausch und Kooperation“, mahnte Jost Wübbeke, Bereichsleiter Wirtschaft am Berliner Chinaforschungsinstitut Merics. „Mittlerweile sind chinesische Unternehmen viel wettbewerbsfähiger als noch vor wenigen Jahren, so dass auch deutsche Firmen von ihnen lernen können“. Mittlerweile käme es darauf an, Ergebnisse von Flagschiff-Projekten auf niedrigere Ebenen zu übertragen.

In „Best-Practice-Beispielen“ veranschaulichten Unternehmer und Manager wie Cheng Ji, (Alibaba Cloud Deutschland), Dr. Taolin Ren (Haier), Zhou Feng (CSTC) und Zhi Tao (Yunji Technology) , welche deutsch-chinesischen Cyber-Projekte bereits erfolgreich am Markt sind und welche Rolle Künstliche Intelligenz sowie der Einsatz von Robotern schon heute spielt.

Fazit: Mehr miteinander reden und kooperieren

In Chinas Wirtschaft haben sich in den vergangenen Jahrzehnten einige Freiräume geöffnet, in denen die Privatwirtschaft weitgehend unabhängig agieren kann. Auch ist China bemüht, mehr Investitionen ins Land zu holen, während ausländische Unternehmen ihre Geschäftsaktivitäten in China ausbauen wollen – eine gute Basis für intensivere wirtschaftliche Kooperationen.

Dennoch gibt es noch viele Hindernisse zu überwinden hinsichtlich deutsch-chinesischer Kooperationen, auch und gerade in Fragen der Digitalisierung beziehungsweise in Bezug auf Industrie 4.0. So unterstrich Professor Doktor Martin Ruskowski vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), dass es nicht nur darauf ankäme, über Big Data zu verfügen, sondern Big Data auch richtig zu verstehen, zu interpretieren und wirksam umzusetzen.

Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz darin, dass künftig noch viel stärker miteinander geredet und kooperiert werden müsse, damit beide Länder voneinander lernen und profitieren können.

2018-05-09T11:27:28+02:00